
Schwerpunkt Darmgesundheit
Darmgesundheit als Schwerpunkt- warum?
Der Darm und seine Bewohner (Bakterien, Pilze etc.) haben einen immens großen Einfluss nicht nur auf unser Wohlbefinden sondern auch auf unsere Gesundheit. Erst seit ein paar Jahren ist es aufgrund von Forschung und labortechnisch gewonnener Erkenntnisse möglich, immer mehr Darmbakterien in ihrer Funktion und Wirkungsweise zu verifizieren. Durch das mittlerweile entstandene Wissen um die Verbindung des Darmes zu verschiedenen Organen und des darauf beruhenden Einflusses auf unsere Gesundheit, ergeben sich immer mehr Behandlungsmöglichkeiten, die Menschen in ihre Gesundung führen. Denn immerhin leiden allein in Deutschland mehr als neun Millionen Menschen mehrfach im Monat an ungeklärten Magen-Darm-Beschwerden. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen, da die Scham und die soziale Isolation aufgrund einer ungeklärten Magen-Darm-Problematik nach wie vor nicht zu unterschätzen sind!
Genau hier liegt für mich als Therapeutin der Anspruch. Ich möchte Menschen, die an einer Darm assoziierten Erkrankung leiden und vielleicht sogar als „austherapiert“ gelten, helfen den Weg zurück zu finden in ein „normales“ Leben ohne das Gefühl der Angst die nächste Toilette in der Öffentlichkeit nicht zu finden, das Haus stets nüchtern zu verlassen damit bloß nichts „in die Hose“ geht und/oder soziale Kontakte so klein wie möglich zu halten damit möglichst niemand etwas merkt!
Aber nicht nur die „Störungen“ die ganz offensichtlich auf den Darm zurück zu führen sind, sind Thema wenn wir über Darm assoziierte Erkrankungen sprechen. Sie werden erstaunt sein bei welchen Erkrankungen der Darm bzw. seine Besiedelung (Bakterien, Pilze, etc. . Als Mikrobiom benannt) eine Rolle spielt!
Zum besseren Verständnis: Nicht nur das Zusammenspiel der Verdauungssäfte für die der Magen, die Leber, die Galle und die Bauchspeicheldrüse zuständig sind spielen eine Rolle, sondern auch das vegetative Nervensystem. Denn maßgeblich gesteuert wird unsere Verdauungstrakt durch unser „autonomes“ Nervensystem, also durch den Teil des Nervensystems, den wir nicht willentlich (bewusst) steuern können. Je nachdem, welche Art von Spannungszustand wir erleben, ist entweder der „Entspannungsnerv“ = Parasympathikus oder der „Stressnerv“ Sympathikus aktiv. Das wirkt sich auf unsere Verdauung aus (Bewegungen des Darmes, Bildung der Verdauungssäfte, Aufspaltung der Nährstoffe aus der Nahrung, Aufnahme und Verteilung der Nährstoffe). Hinzu kommt, dass der Vagusnerv, als der größte Nerv des Parasympathikus, durch seinen Verlauf durch den Körper (Startet im Gehirn und läuft über diverse Organe in den Darm) mit vielen Organen in Kontakt tritt und einen großen Einfluss auf die Regulation von Stress hat. Dann gibt es noch das „enterische Nervensystem“. Es ist das Nervensystem des Magen-Darm-Trakts und ist als das „Bauch-Hirn“ bekannt!
Aufgrund dieser anatomischen Gegebenheiten und der dazugehörigen Körperfunktionen spricht man nun von verschiedenen „Achsen“ in der Verbindung zwischen Organen und dem Darm. Bekannt sind bis dato die Darm-Hirn-Achse, die Darm-Lungen-Achse und die Darm-Haut-Achse. Das A und O ist natürlich die sogenannte Besiedelung des Darms mit den (richtigen) Bakterien am „richtigen“ Ort (Dickdarmbakterien gehören nicht in den Dünndarm). Aus all dem resultiert die Erkenntnis, dass bei folgenden Symptomen bzw. Erkrankungen entweder die Ursache im Darm selbst liegt oder der Darm eine wichtige Rolle spielt:
Darm-Hirn-Achse: Stimmungsschwankungen, Neurodegenerative Erkrankungen, psychische Störungen (z.B. Depressionen), Autismus.
Darm-Lungen-Achse: Asthma, Allergien, Lungenentzündung, Obstruktive Lungenerkrankungen, immer wiederkehrendes Aufstoßen.
Darm-Haut-Achse: Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis, Allergien.
Aber auch:
Stoffwechsel: Diabetes Typ2, Gewichtsschwankungen, Fettleibigkeit, Völlegefühl, Blähungen, ständig das Gefühl aufgebläht zu sein, Durchfälle/Verstopfung auch im Wechsel.
Unverträglichkeiten: Laktose-, Fruktose- oder Glutenintoleranz.
Darüber hinaus benötigt der Körper zum reibungslosen Ablauf seiner Funktionen, zur Selbstregulation und für Heilungsprozesse Nährstoffe. Somit ist es immens wichtig bei der Betrachtung von Verdauungsbeschwerden nicht den Blick rein auf strukturelle Erkrankungen, Entzündungen, Allergien, Intoleranzen, den Mikrobiom Status etc. zu richten. Es geht stets darum das Zusammenspiel verschiedener, ineinander greifender Prozesse zu erkennen, zu verstehen und in die Therapie zu integrieren, um den Körper optimal in seiner Selbstregulation zu unterstützen. Nährstoffmängel sind verbreiteter als man vielleicht annehmen mag. Aufgrund dessen erhebe ich in meiner Praxis standardmäßig bestimmte Blutwerte.







